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historischer Hintergrund

Theaterbühnen > Theatermusical > Archiv > Projekt 04/05 > Geschichte

Das 19. Jahrhundert

Das 19. Jahrhundert begann am 1. Januar 1801 und endete am 31. Dezember 1900. Es ist die Epoche der Neuzeit.

Ereignisse / Entwicklungen:
Die Kleine Eiszeit endet. Kaiser Napoléon Bonaparte von Frankreich erobert Anfang des 19. Jahrhundert große Teile Europas. Er reformierte viele Fürstentümer mit dem Code Civil und exportierte damit einige Errungenschaften der französischen Revolution, bis nach dem Scheitern des Russlandfeldzuges sein Niedergang beginnt.
Endphase der industriellen Revolution, die das Eisenbahn-, Telegrafen- und Telefonwesen umfasst. Es kommt zu sozialen Verschiebungen inder Bevölkerungsstruktur. Das Proletariat wächst rasch an.
Charles Darwin revolutioniert 1858 die Biologie mit der Evolutionstheorie
Karl Marx verfasst 1848 zusammen mit Friedrich Engels das Kommunistische Manifest. Ab Mitte des Jhd. werden marxistische Parteien gegründet.
Der deutsche Reichskanzler Otto von Bismarck schafft mit einem komplexen Bündnissytem ein europäisches Sicherheitssystem, das einige Jahrzehnte stabil bleibt. Innenpol. ist er mit den Sozialgesetzen und dem Kulturkampf etwas weniger erfolgreich
Briefmarken werden in Großbritannien und bald darauf in vielen anderen Ländern eingeführt.

Einige weitere Persönlichkeiten des 19. Jhd.:
Ludwig van Beethoven, Komponist
Charles Dickens, Schriftsteller
Johann Wolfgang von Goethe, Dichter
Richard Wagner, Komponist
Friedrich Nietzsche, deutscher Philosoph

Erfindungen und Entdeckungen:
Automobil
Dampfschiff
Eisenbahn
Elektrisches Licht
Film
Phonograph
Fotographie
Radioaktivität


Weitere Information zum Thema: “19. Jahrhundert” auf:

http://de.wikipedia.org/wiki/19._Jahrhundert oder http://www.documentarchiv.de/nzjh.html



Die rheinhessischen Lebensbedingungen!

1816 entstand die Provinz Rheinhessen des Großherzogtums Hessen. Die Bevölkerung wuchs immer stärker und vor allem schneller an. Ausserdem trat eine einhergehende Verarmung durch das Realteilungsgesetz ein. Die landwirtschaftlichen Betriebe wurden im Erbfall immer weiter aufgeteilt, da alle Erben gleichberechtigt waren.
Durch die große Kinderzahl der Familien, wurde immer weniger Ackerland auf mehr Personen verteilt. Aufgrund dieser Verhältnisse waren viele Kleinbauern auf Nebenverdienste als z. B. Tagelöhner angewiesen. Aber auch diese „Jobs“ wurden irgendwann zu knapp! In Bodenheim wuchs die Zahl der Tagelöhner innerhalb von fünf Jahren von 32 auf 134 Tagelöhner an. Damit ging eine große Arbeitslosigkeit umher. Hinzu kamen die Missernten von 1845-1847 durch Rheinüberschwemmungen, die den wertvollen Ackerboden wertlos machten.

Ein Segelschiff konnte zwischen 200-300 Personen aufnehmen!

Die Auswanderung

...ein Traum?
Die USA war ein beliebtes Auswanderungsziel, obwohl keine Werbung betrieben wurde. Dies ist zu erklären damit, dass die Rheinhessen durch zahllose Briefe gut informiert wurden. Auch Berichte über den Goldrausch vom 19.08.1848 in California und vom 06.05.1859 in Collerado machten schnell die Runde, auch über den grossen Teich!
Die Briefe könnten mit dem Postdampfer befördert worden sein. Die Hamburg-Amerika-Linie nimmt 1847 mit dem Raddampfer “Washington” regelmässigen Postdienst von Deutschland nach Amerika auf. Sie benötigte für diese Strecke 18 Tage.
Generell musste jeder Auswanderer eine Entlassung aus dem Untertanenverband an die Gemeinde stellen. Doch auch viele Auswanderer sind über Nacht geflohen, da sie entweder verschuldet waren oder dem Wehrdienst verpflichtet waren und somit keine Entlassung erhalten hätten.
Meist zogen Eltern mit ihren Kindern weg. Die Gruppengrösse lag im Schnitt bei 5, 3 Personen. Die Altersverteilung lag generell von 21-30 Jahren alten Auswanderer. Nur 20 % waren jünger als 21 Jahre.
In Mainz befanden sich die Schiffsagenturen. Von dort aus ging es mit Rheindampfern und der Eisenbahn von Mainz über Köln, Paris, Lille nach Le Havre. Mit Segelschiffen fuhr man von Le Havre nach New York. Es gab auch die Möglichkeit über Hamburg einzuschiffen, jedoch hatten diese Segelschiffe den Ruf des “Seelenverkäufers” und wurden daher eher gemieden.
Die Segelschiffe konnten bis zu 200 Passagiere aufnehmen. Diese waren dann circa einen Monat unterwegs.

So sahen es die Zurückgebliebenen!

Der Nieder-Saulheimer-Bürgermeister Johannes Neeb nennt zunächst als Gründe für die Auswanderung, die trügerischen Berichte aus Amerika und die überreizte Phantasie. Er bedauert jedoch, dass die “Hefe des Pöbels” durch die teure Überfahrt zurückgehalten wird. Der Bodenheimer Bürgermeister Johannes Sauer II. begrüsste ebenfalls die Wegzüge der Unbemittelten, wie beim 14-jährigen Waisenknaben Johann Becker, Mutter und Schwester. Doch wollte man nicht wie in Guntersblum für die Schulden und Reisekosten aufkommen.

Was war in der USA wirklich vorzufinden?

Nach fast 400 Jahren blutiger Kolonisierung ist der Widerstand der Ureinwohner gebrochen, entfesselt die Industrialisierung die ungeheuren Produktivkräfte des Halbkontinents. Die Vereinigten Staaten sind nun auf dem Sprung zur Großmacht - ein Land, das jedem Freiheit und Wohlstand verspricht, wenn er nur beherzt genug zupackt, das aber gnadenlos ist zu Verlierern und Ausgestoßenen. Ein Land, in dem zwischen Wildnis und Metropole, zwischen Anarchie und Zivilisation nur ein paar Reisetage liegen. Ein Land, das sich um seine Vergangenheit kaum schert, aber alles auf die Zukunft setzt.


Die Eisenbahn

Arbeiter verlegen die Schienen der Union Pacific am Citadel Rock in Wyoming. Die Eisenbahn hat vielleicht mehr als jede andere Errungenschaft, das riesige Land geeint. 1850 durziehen 14 500 Gleiskilometer das Land, 50 Jahre später sind es über 300 000.


Erste Ansiedelungen

Ein paar Zelte, ein Bahngleis und die Hoffnung auf schnellen Reichtum: In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstehen überall im Westen wie etwa in Oklahoma, Städte fast über Nacht. Sie sind Ziele der Cowboys, die Rinderherden zu den Zügen treiben, der Spekulanten und der Abenteurer. Und oft gilt hier nur ein Gesetz - das des Stärkeren.


US-Bürgerkrieg

Ende des Auswanderungsstromes!
Mit der Wirtschaftskrise der USA 1857 und dem US-Bürgerkrieg 1861 brach der Auswanderungsstrom ab. Auch nach dem US-Bürgerkrieg kam es zu keinem vergleichbaren Auswanderungsstrom mehr, da 1871 das Deutsche Reich gegründet wurde und die wachsende Industrialisierung genügend Arbeitsplätze schuff!

Bruderkampf! Nord gegen Süd!
Drei Millionen Soldaten ziehen in das US-Gefecht: der Norden für die Einheit und gegen die Sklaverei, der Süden für seine Unabhängigkeit. Der vier Jahre dauernde Sezessionskrieg kostet 618 000 Menschen das Leben und zerstört das halbe Land.Am Ende aber geht daraus eine neugeformte Nation hervor - die für lange Zeit mit dem Trauma der damals entfesselten Gewalt zu kämpfen hat.


Zwei Anführer
Zwei Anführer, ein Land: Abraham Lincoln, Sohn eines Farmers, hat sich mühsam an die Spitze der Union gekämpft. Der Südstaaten-Präsident Jefferson Davis ist ein Großgrundbesitzer.

Was waren die Hintergründe?
Der Amerikanische Bürgerkrieg war eine Folge der tief greifenden wirtschaftlichen, sozialen und politischen Unterschiede zwischen dem Norden und Süden der USA. Der überwiegend agrarisch strukturierte Süden exportierte Baumwolle, Tabak und Zuckerrohr in den Norden und nach Europa. Gleichzeitig war der Süden vom Norden abhängig in Bezug auf Fertigwaren sowie Finanz- und Wirtschaftsdienstleistungen. Diese waren unerlässlich für den Handel. Obgleich die Sklaven haltende Klasse der Plantagenbesitzer nur eine Minderheit der Südstaatenbevölkerung ausmachte, beherrschte sie Politik und Gesellschaft. Die Furcht vor Sklavenunruhen sicherte die Loyalität fast der gesamten Weißen, auch derer die keine Sklavenhalter waren, gegenüber dem Wirtschafts- und Sozialsystem des Südens. Die Südstaaten zogen schließlich zur Erhaltung des Rechtes auf Sklavenbesitz in den Krieg.


Fazit...

...der Auswanderung!
Die Auswanderung der Rheinhessen wurde zu einem Politikum. Die Unbemittelten sollten auswandern, damit sie dem Ort nicht mehr “auf der Tasche” liegen. Wie bereits erwähnt, wurde diese Politik in Guntersblum so verfahren, dass Unbemittelte ihre Schulden und die Überfahrtkosten von der Gemeinde erstattet bekamen, wenn sie unterschrieben, dass sie nicht mehr zurück kämen. Viele Unbemittelte liessen sich auf diesen Deal ein, einerseits beflügelt von den Hoffnungen des neuen Landes und anderer seits hatten sie auch nichts zu verlieren. Dies ergab für Guntersblum die Konsequenz, dass 25% der Einwohner auswanderten. In Bodenheim hätte man gerne ebenso verfahren, doch die Mainzer Regierungskommision untersagte diese Handlung, bzw. stellte die Forderung auf Wiederaufnahme in den Untertanenverband. Die Gemeinde könne zwar die Reisekosten und Schulden für die Unbemittelten erstatten, jedoch müsse sie bei Rückkehr der Unbemittelten, sie wieder aufnehmen.

 
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